Die Lindauer Rollenspiel-Gruppen
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Erlebnis-Bericht OZ

Ich hatte es mir gerade im Dubliners gemütlich gemacht und mir mein zweites Guinness bestellt und mit den Jungs eine neue Partie Darts angefangen als mein Komlink wie verrückt an fing zu klingeln. Merkwürdig war, dass es mein Anschluss war mit der echten Identität und keine der gefälschten. Ich ging ein paar Schritte abseits und nahm das Gespräch an. Es lief nur eine Bandansage mit ungefähr folgendem Text: „Guten Morgen Mr. Parker, wir hätten einen Auftrag für Sie, der Sie sicherlich interessieren wird. Sein Sie in 4 Tagen in der ADL in Hamburg im Kaiserkeller, Uhrzeit des Treffens 19:00 Uhr.“ Verdammt, irgendwer hatte es schon wieder geschafft an meine wahre Identität heranzukommen. Ich glaube wir haben bei dem Coup in Seattle echt ne Menge Staub aufgewirbelt.  Ich trank mein Bier aus und warf meine letzten Pfeile etwas gedankenlos in die Korkscheibe und durfte wegen dem schlechten Ergebnis auch noch die Runde zahlen. Aber das war mir ziemlich egal. Ich gab Mike meinen Cred-Stick und das übliche Trinkgeld und entschuldigte mich für den restlichen Abend und lief ein wenig durch die Straßen von London. Sollte ich den Auftrag annehmen oder lieber die Finger davon lassen, war das ganze eine Falle oder machte sich jemand sein Wissen nur zur nutze günstig ein paar Runner zu bekommen und mit Erpressung den Preis zu drücken. Naja ohne dass ich hinfahre würde ich es nie herausbekommen. Ich rief TAZ, Joe und Flipp an und alle bestätigten mir, dass Sie ebenfalls eine ähnlich lautende Nachricht erhalten hatten. Also gut, auf in die ADL. Ich entschloss mich über Dover nach Hamburg zu reisen und mir eine Passage auf dem Hovercraft zu buchen.

Am nächsten Morgen ging es mit dem Craft los Richtung Hamburg. In Hamburg besorgte ich mir erstmal ein Containerzimmer am Hafen und machte eine Art Sightseeing, wenn man schon mal hier ist, dann will man schließlich auch was sehen. Naja, Wasser über Wasser kann ich nur sagen, der Name Venedig des Nordens trifft es seit dem Schmelzen der Pole echt sehr gut. Ich spürte schon meine Haut leicht jucken bei dem Gedanken in diese Brühe reinzufallen.  Ich traf mich am nächsten Tag mit TAZ und wir verbrachten die Zeit zusammen und waren beide sehr gespannt, als wir uns endlich mit den anderen trafen und zum Kaiserkeller auf der Sagen umwobenen Reeperbahn aufbrechen konnten.  Das ganze entpuppte sich als bittere Enttäuschung, denn in Seattle hatte ich Slums mit Rotlichtcharakter gesehen die weniger dreckig und heruntergekommen waren. Der Kaiserkeller dagegen machte einen sehr guten Eindruck, schien eine gutgehende Technohalle zu sein, vor der Tür wurden wir von zwei Trollen abgetastet auf Waffen und die Jungs waren ziemlich gründlich.

Hinter der ersten Tür hämmerten die Bässe wir verrückt und wir brummte bereits nach wenigen Schritten echt der Schädel, wer sich das nen ganzen Abend freiwillig antut hat eher früher als später die Intelligenz eines Ghuls. Wir fragten uns durch und wurden  auf eine Hintertür verwiesen vor der erneut ein Troll stand  uns aber nach einer weiteren gründlichen Kontrolle einließ. Im Raum trafen wir auf eine junge Frau im strengen Geschäftsoutfit mit scheinbar aufgesetzter Perücke  oder einem miesen Friseur, die von zwei Leibwächtern mit offen getragenen Pistolen begleitet wurde. Ein kurzer Blick in den Astralraum zeigte einen magischen Hüter über ihr, der jede astrale Analyse von ihr verhinderte. Die anderen beiden Gestalten waren mehr als deutlich als Cyberfetischisten erkennbar, was bei Leuten in dieser Position aber nicht verwunderlich war.

Die Auftraggeberin umriss kurz den Auftrag, wir sollten innerhalb der ADL einen Gegenstand wieder besorgen, der ihr entwendet worden war und dem aktuellen Besitzer dafür etwas anderes hinterlassen. Da das Unternehmen nicht ganz ungefährlich war würde Sie uns 20.000 ¥ zahlen davon 5.000 ¥ vorab. Da mir die Informationen noch zu wage waren für eine sofortige Zusage handelte ich den Preis wenigstens um weitere 10.000 ¥ nach oben, anschließend stimmten alle der Auftragsannahme zu unter der Voraussetzung, dass es nicht nach Essen gehen würde. Ich hatte keinen Bock bei Seda Krupp einzusteigen und mich mit einem verdammten Drachen anzulegen.

Ziel des Auftrages war die Baronie Waldmünchen im Konzil von Mariengrad, einem kleinen Splitterstaat. Der Auftrag besagte, dass wir in die Burg des Barons eindringen und dort aus der Bibliothek das Buch „Pandämonium Faustos – Collectane Occultica“ entwenden sollten. Der Wälzer war wohl uralt und mit speziellen Techniken hergestellt worden. Ganz geheuer war mir alleine das Buch nicht, aber das war jetzt egal. Dem Teil durfte jedenfalls nichts passieren und wir sollten an der Stelle des Buches einen Koffer hinterlegen, der eine Digitalanzeige hatte auf der kontinuierlich 327 stand und der in regelmäßigen Abständen kleine Dampfwölkchen ausstieß, als ob er etwas kühlen müsste. Ich schluckte meinen Kommentar lieber runter, denn innerlich wusste ich, dass wir dort drin garantiert die abgeschnittenen Elfenohren vom vorherigen Run in Seattle finden würden. Das ganze war irgendwie eine Schnitzeljagd geworden und ich hatte das Gefühl zwischen zwei Mächten Spielball zu sein. Aber ok, die beiden bzw. eine der beiden Mächte bezahlte uns gut und nach dem Run hätte ich auf jeden Fall das Geld für den Ausstieg zusammen.

Unsere Auftraggeberin erklärte uns, dass wir mit dem Transrapid nach Nürnberg und von dort mit dem Bummelzug nach Waldmünchen fahren würden, sie würde für gefälschte  IDs sorgen und eine für den Auftrag geeignete Ausrüstung auf anderem Wege nach Waldmünchen schaffen lassen. Am nächsten Morgen würde die Fahrt vom Hauptbahnhof in Hamburg starten. Wir verabschiedeten uns und gingen zur Tür, als sie uns noch einmal davor warnte, nicht auf den wahnsinnigen dummen Gedanken zu kommen, das Buch an irgendjemand anderen zu verkaufen oder damit abzuhauen. Ihr würde sehr viel daran liegen und es sich auf jeden Fall wieder holen. Tja, die Aktion in Seattle mit dem Lösegeld hatte nun mal etwas am Ruf gekratzt aber damit mussten wir jetzt leben und bei dem Gedanken an das gut gefüllte Konto konnte ich das auch ohne weiteres.

Wir checkten unsere IDs und hatten richtig schöne klangvolle Namen erhalten, Joe ging als Frank Peterson, TAZ als Kate Robinson, Flipp als Susan Webster und ich als John Missje auf eine gemeinsame Reise als amerikanische Reisegruppe. Flipp konnten wir leider nicht davon abbringen sich in einem Coppi-Shop Aufkleber für ihre drei Granaten drucken zulassen mit dem Hinweis der Deutschen Bergwacht, dass es sich um Rauchgranaten zur Errettung von Bergsteigern handeln würde. Sie wollte partout nicht darauf verzichten diese Mistdinger mit durch die Kontrollen des Transrapids zu nehmen. Naja, ich würde auf jeden Fall vor ihr durch die Kontrollen gehen, damit wenigstens drei Leute in Mariengrad ankommen. Diese Sturheit ist manchmal echt ein Kreuz an der kleinen Gnomin.

Wir kauften auf jeden Fall in Hamburg noch ein und versuchten das Image einer amerikanischen Reisegruppe perfekt zu erfüllen. Flipp zwängte sich in ein bayerisches Edeldirndel, Joe kam mit Jeans und Haiwaiihemd aus dem Laden, TAZ im Jogginganzug und mit Turnschuhen und ich im Look eines Texaners mit Cowboyhut. Das Bild war echt herrlich und wir fielen auf wie ein bunter Hund, aber manchmal waren die auffälligsten Gestalten am unauffälligsten. Flipp schaffte es am Transrapid wirklich ihre Granaten mitzunehmen, allerdings im Metallkoffer gesichert im Gepäckwagen, aber immerhin, sie hatte sie dabei. Die Fahrt nach Nürnberg verlief auch ohne Zwischenfälle und wir genossen die kurze Reise. Der Zug war erstaunlich schnell unterwegs und stellte wohl wirklich eines der modernsten Reisemittel innerland da.

In Nürnberg suchten wir dann das Gleis nach Waldmünchen und standen ziemlich zweifelnd vor dem Zug. Der hatte wohl schon einige Gefechte hinter sich und wies Einschusslöcher sämtlicher Kalibergrößen auf. Der Schaffner erklärte uns, dass in diesen Splitterstaaten die Macht in regelmäßigen Abständen wechseln würde und jeder Herrscher seinen Tribut für die Durchfahrt verlangen würde und das es immer wieder zu Kämpfen an den Grenzen kommen würde. Na tolle Aussicht dachten wir uns und stiegen eindeutig mit gemischten Gefühlen in den Zug. Kurz nach uns kamen zwei weitere Amerikaner mit ihrem kläffendem Pudel und versuchten uns unbedingt ein Gespräch aufzuzwingen. Doch wir schafften es uns von der unhöflichsten Seite zu präsentieren und die beiden verzogen sich schnell in ein anderes Abteil. Nach einer kurzen Wartezeit fuhr der Zug auch los und hielt danach an jeder Milchkanne an. An jeder Station sprangen bewaffnete Söldner in den Zug, feuerten zum Leidwesen der Wagondecke in die Luft und ließen sich die Ausweise und den Inhalt aller Taschen zeigen. Hier und dort entnahmen Sie ein Souvenir und verschwanden dann wieder. An der einen Station kam es zu einem ziemlichen Feuergefecht zwischen den Söldnern im Zug und einer Gruppe außerhalb des Zuges die den Wagon mit schweren Maschinengewehren von einem LKW runter beschossen und von den Söldnern aus dem Zug mit einem Raketenwerfer beschossen wurden. Der LKW flog darauf hin in die Luft und die Söldner verließen unter lauten Gegröle den Zug. Zurück blieben einige erschrockene Fahrgäste, zwei total verstörte Amerikaner, einige Verletzte und wir. Ohne magische Hilfe hätte einer der Fahrgäste den Angriff nicht überlebt und so griffen wir dort schnell ein. Die anderen schirmten mich ab, so dass möglichst wenig von der Heilung zu sehen war und ich schloss die heftigsten Wunden. Der arme Kerl hatte genau eine Salve aus einen der MGs abbekommen und schon eine ganze Menge Blut verloren. Leben wollte ich in der ADL nicht und ich sehnte mich nach Seattle und musste schon wieder an Jasminda denken von der ich schon seit zwei Wochen nichts mehr gehört hatte, da sie einen größeren Auftrag abzuarbeiten hatte, der Ihre ganze Aufmerksamkeit verlangte.

Es dauerte auf jeden Fall noch ein paar Stunden und zahlreiche Kontrollen bis wir am Abend endlich in Waldmünchen eintrafen. Am Bahnhof wurden wir von der Touristik-Chefin Goldi abgeholt und einem der naja, Gardisten des Barons der in mittelalterlicher Gewandung steckte aber eine moderne Pistole am Gürtel trug. Die beiden Amerikaner stiegen auch in Waldmünchen aus und waren immer noch total mit den Nerven fertig. Auf einem Elektrowagen lagen bereits unsere Koffer die aus Hamburg direkt hierher geschickt worden waren, vier große Metallkisten mit unserer angeblichen Bergsteigerausrüstung. Wir wurden dann in der Jugendherberge von Waldmünchen untergebracht, während die beiden Amerikaner mit dem Köter im goldenen Hirschen abstiegen. Scheinbar gab es in ganz Waldmünchen keine Autos und der Ort erwies sich mit ca. 100 Häusern auch eher als kleines Kaff. Die Burg konnte man auf der Fahrt nur erahnen, da sie auf einem Berg war, der etwas außerhalb des Ortes gelegen war und es einfach schon zu dunkel war. I
n der Herberge machten wir uns gleich daran, dass Zimmer nach Wanzen und Kameras abzusuchen und wurden auch schnell fündig. Flipp stieß beim Niesen die Blumenvase mit der Kamera aus dem Fenster und ich beim Durchfegen mit dem Besen die Wanze in 100 Einzelteile. Dann waren die vier großen Kisten an der Reihe und man kann sagen was man will, der Auftraggeber hat an alles gedacht und aus dem obersten Regal eingekauft. In den Kisten fanden wir :

  • 4 Ares Prededator mit Hüfthalfter und 10 Streifen Munition
  • 4 HK 227 Maschinenpistolen mit eingebautem Schalldämpfer und je 10 Streifen Standard Munition und Gel-Munition
  • 1 Wanzen Scanner
  • 1 White Noise Generator
  • 2 Allesschneider-Messer
  • 2 Kampfmesser
  • 2 Magschloss-Knacker
  • Den Koffer mit dem Austauschinhalt und der leere Koffer für den Buchtransport
  • 2 Atemgeräte
  • 1 Medkit Stufe 4
  • 4 Nachtsichtbrillen
  • Für jeden Schneetarnanzüge, Bergstiefel und Schneeschuhe
  • 12 Stimpatches Stufe 4
  • 12 Trankpatches Stufe 4
  • 6 IR Granaten
  • 1 Enterpistole mit Seil und dazugehörigem Katalysator um das Seil aufzulösen
  • 2 Klettergeschirre
  • Und zu guter letzt, zu Joes unübersehbarer Freude und meinem Schrecken, zwei Antifahrzeugraketen mit Einmal-Abschuss-Vorrichtung

Die Ausrüstung war mehr als reichhaltig und alles war in hervorragender Qualität. Unsere Johnson hatte wohl wirklich ein großes Interesse am Gelingen der Aktion und ich hakte die Frage nach einer Falle vorsichtig mal innerlich ab. Der Aufwand war dafür einfach zu groß und die Ausrüstung machte sonst keinen Sinn. Wir verstauten die Ausrüstung im Zimmer und sorgten durch dünne gespannte Fäden dafür, dass wir erfuhren wenn jemand in unserer Abwesenheit im Zimmer war. Danach ging es zum Essen zum goldenen Hirschen, da sich keiner von uns den Büchsenfraß aus der Jugendherberge antun wollte. Nach einem reichlichen Mal marschierten wir zurück zur Jugendherberge und machten uns für einen nächtlichen Ausflug bereit. TAZ und Flipp sollten einen Weg zur Burg ausfindig machen und ich wollte Sie im Astralraum begleiten und so auch einen Blick auf die Burg werfen. Joe sollte dafür sorgen, dass niemand in unser Zimmer kam und passte so auch auf meinen Körper auf, während ich im Astralraum rumgeisterte.

Wir folgten dem Weg raus aus dem Dorf und dann der Straße Richtung Schloss. Nach gut zwei Kilometern entdeckten wir eine Drohne, die dem Straßenverlauf folgte und dort auf Kontrollflug war und diese Strecke auf und ab flog. TAZ und Flipp schmissen sich neben der Straße in den Schnee und schaufelten schnell noch ein wenig Schnee und Laub über sich um eventuelle IR Sensoren zu täuschen. Die Drohne folgte weiter dem Straßenverlauf und nahm von den beiden keine weitere Notiz. Wir kamen so an den Ausläufern des Schlosses an und man muss dem Baron eine gewisse Paranoidität vorwerfen, die gesamte Mauer war mit Kameras und Scheinwerfern gespickt und hinter dem ersten Tor hielten sich 5 Trollwachen auf, deren Aura ziemlich dunkel und vercybert war. Wir erkundeten so einige Stunden lang das Plateau und fanden einiges raus, der sicherste Eingang war eindeutig auf der Rückseite der Mauer wo die Steilklippe war. Hier schien niemand eine Gefahr zu vermuten und es gab sogar einen toten Winkel zwischen den Scheinwerfern und den Kameras. Die Bibliothek vermuteten wir in dem Hauptgebäude, da dort auch eine magische Abschirmung und lebende Organismen ein Eindringen verhinderte. Nach einigen Stunden kehrten wir ziemlich erschöpft in die Herberge zurück und fielen k.o. in unsere Betten. Nach nur wenigen Stunden Schlaf ging ich zu Goldi um eine Führung durch die Gegend und vielleicht sogar in Richtung Schloss zu buchen, doch das ganze Gebiet war dort Sperrgebiet.

Wir versuchten unserer Rolle der neugierigen und dummen Touristen gerecht zu werden und machten eine kleine Wanderung und taten danach auch ziemlich erschöpft. Auf der Wanderung selber erlebten wir noch ein kleines Feuerwerk des Herren Baron der mit einer Flugabwehrrakete eine kleine unbemannte Drohne vom Himmel schoss, die wohl von seinem Nachbarn auf Spionageflug geschickt worden war. Ok, jetzt waren wir uns einige, der Kerl hat echt nicht mehr alle beisammen und wir sahen die Ausrüstung mittlerweile nicht mehr als total übertrieben an. Nach der Wanderung bedankten wir uns bei Goldi – der ich während der Wanderung eine magische Aura nachgewiesen hatte – mit einem gemeinsamen Essen im Hirschen. Scheinbar waren unsere beiden Reisegefährten aus dem Zug immer noch sauer auf uns und würdigten uns keines Blickes, naja auch egal. Wenn alles glatt gehen würde, wären wir morgen schon wieder in Hamburg.

TAZ hatte scheinbar heute morgen während ich bei Goldi die Wanderung geplant hatte sich in das System des Barons gehackt und sich einen Zugang gelegt und noch zahlreiche Kameras und Bewegungsmelder entdeckt und von den Kameras Endlosschleifen angelegt für alle Fälle. Wir marschierten gegen Mitternacht los und deponierten für alle Fälle eine MP und einen Raketenwerfer an der Kreuzung zur Burg, falls wir uns den Weg bei einer Flucht frei schießen müssten und nahmen den anderen mit auf die Rückseite des Gebäudes. Ich konnte die anderen dazu überreden sich einzeln nach oben levitieren zu lassen statt den Weg über die Kletterseile zu nehmen, so dass wir schneller und lautloser dort oben ankamen. In einem zweiten Schritt ging es dann auf dem gleichen Weg in den toten Winkel der Kameras auf die Mauer und danach erneut per Levitation in den Garten des Barons. Bis auf einen astralen Entzug verlief das ganze auch ohne Probleme und das bisschen würde bestimmt schnell wieder in Ordnung sein. Immerhin waren wir lautlos und auch ohne große Spuren eingedrungen.

Da es bis zum nächsten Rundgang der Wachen noch fast 45 Minuten hin war, beschlossen wir gleich in das Hauptgebäude einzudringen. TAZ schaltete die Bewegungsmelder aus, die Endlosschleifen ein und öffnete das Magschloss des Haupteinganges des Gebäudes. Über die Kameras konnten wir genau erkennen, wann die beiden Wachen nicht zur Tür schauten und Flipp öffnete mir die Tür dann leise. Ich schlüpfte unsichtbar und mit aufgepeppten Reflexen hinein und platzierte einen Betäubungsball zwischen den beiden, der einen der Trolle sofort ins Traumland schickte und den anderen ziemlich verwirrt nach seiner Waffe greifen lies. Bevor er mich als Ziel ausmachen konnte, den Unsichtbarkeitszauber musste ich zu Gunsten der Reflexe fallen lassen feuerte ich einen hochgezüchteten Betäubungsblitz auf den Troll und knockte auch ihn damit aus. Die anderen 3 kamen sofort rein ins Gebäude und wir verschlossen die Tür wieder und verpassten den beiden Trollen noch ein paar Patches um sie im Tiefschlaf zu halten. Danach ging es in den obersten Stock da hier unten scheinbar nur Büros waren und keine Bibliothek.

Wir teilten uns in zwei Teams auf um die Ebenen schneller zu durchforsten. Joe und ich erwischten einen Raum der scheinbar einen weiteren Kontrollraum darstellte. 4 Trolle waren dort und Joe eröffnete mit Gelmunition das Feuer auf einen und schickte ihn zu Boden. Mein Betäubungsball zeigte dieses mal leider keinen Durchschlagenden Erfolgt, jedenfalls nicht bei den Trollen sondern eher bei mir denn der Entzug war stärker als ich gedacht hatte und hinter meiner Stirn hämmerte es wie verrückt. Zwei der Trolle rannten zu ihren Sturmgewehren während der eine es schaffte danach zu greifen und sich blitzschnell umzudrehen und auf Joe eine Salve abzufeuern. Joe prallte von den Kugeln getroffen gegen mich und wir stolperten beide aus dem Raum. Joe jagte eine Salve auf den Troll und ich schaffte es noch einen Betäubungsball zwischen die vier Trolle zu setzen und sie so zusammen mit Joe ins Land der Träume zu jagen. Auf der Konsole quittierte ein permanent rot leuchtendes Alarmlämpchen unseren lautlosen Einsatz und das Sturmgewehrfeuer des Trolles.

Nun war Eile geboten und wir klatschen den Trollen noch schnell ein paar Traumpatches auf die Stirn und rannten durch die anderen Räume. In dem Nachbarraum entdeckten wir einen Indoorhangar für einen Hubschrauber dem sich TAZ gleich widmete um damit den Fluchtweg anzutreten. Wir rannten zur Fahrstuhlplattform zurück und drangen in die nächste Ebene ein.

Joe und Flipp fanden die Bibliothek, TAZ kam zu uns und kümmerte sich um einen neu entdeckten Kommandoposten um vielleicht dort endlich die Flugabwehr zu deaktivieren und ich sicherte hinter einem Mauervorsprung den Fahrstuhl. Dann überschlugen sich die Ereignisse plötzlich, als Flipp das Buch gefunden hatte und es nehmen wollte, traten aus einer Nische der Baron – eine Mischung aus Trolle und Quasimodo – und auch Goldi. Mit den Worten „Nun dahinter wart ihr also her, legt es zurück und ergebt euch meinen Wachen“ startete der Baron den großen Show down. Goldi griff die beiden mit einem Betäubungszauber an und schickte Joe sofort zu Boden. Flipp sprang über den Sessel und attackierte den Baron und Goldi mit Schockhandschuhen und der Baron flog ins Bücherregal. Goldi war zwar angeschlagen, konnte aber noch einen Angriff auf die Ki-Adeptin starten den diese aber zum Glück abwehren konnte. Danach wurde es um Goldi dunkel.

TAZ hatte mittlerweile die Raketenabwehr lahmgelegt und somit die Flucht mit dem Hubschrauber möglich gemacht. Ich stand immer noch vorne an der Mauer zum Fahrstuhl und konnte sehen wie sich dieser auf unsere Ebene zu bewegte mit vier Trollen drin. Da die anderen zu weit weg waren schickte ich einen meiner gebundenen Geister – einen Wassergeist – auf die vier Trolle los mit dem Befehl diese zu ertränken. Der Rest meines Teams kam nach meinem Ruf über Funk schnell nach vorne und wir konnten die Trolle ins Kreuzfeuer nehmen. Der Geist ertränkte einen der Wächter im Fahrstuhl, die anderen stürmten vor  und feuerten Teilweise blindlings in meine Richtung. Ich zog mich daher rückwärts und auf die Mauerecke schießend einen Raum zurück und bereitete mich dort auf einen Betäubungsball vor.

Flipp schaffte es zusammen mit dem Wassergeist einen der Angreifer zu Boden zu schicken und die anderen machten den Fehler im die Ecke zu schauen wo ich Stellung bezogen hatte und so schliefen sie nach einem gut platzierten Betäubungsball ein. TAZ hatte sich mittlerweile im Joe gekümmert und mit Sperrfeuer dafür gesorgt das niemand an ihn ran kam. Nach einer Patch Behandlung war er dann auch wieder selber in der Lage sich aufzurichten und zum Hubschrauber zu gelangen. Meinen dienstbaren Geist hatte ich mit einem Lob entlassen und war froh, dass er gegen die Trolle hatte bestehen können.

TAZ schmiss sich einen Talentchip für Hubschrauber rein und ich muss neidvoll anerkennen, dass diese Art der Wissenserweiterung durchaus Vorteile hat, die mir für immer verwehrt bleiben werden. Manchmal ist es wirklich bedauernswert, dass die Cyberware auch in guter Qualität die Fähigkeiten Magie zu wirken dermaßen einschränken und teilweise zerstören. Naja, wir machten uns mit dem Heli auf das Konzil Mariengrad zu verlassen und stellten den Heli auf einem Feld ab, holten uns am nächsten Automaten ein paar normale Klamotten und machten uns mit dem Buch im Koffer auf nach Hamburg. Den anderen Koffer hatten wir dem ohnmächtigen Baron auf sein Lesepult platziert, würde zu gerne wissen ob da die Elfenohren drin sind wie ich vermutete oder nicht und was es damit dann auf sich hat.

In Hamburg angekommen trafen wir uns mit der Johnson wieder im Kaiserkeller und bekamen unser Geld und das Angebot im Atlantik abzusteigen, da sie einen Folgeauftrag für uns in die SOX hätte. Bei dem Gedanken wurde mir echt schlecht und es war ein Punkt erreicht, dass ich sagte, dass war‘s für mich. Ich wollte nur den anderen den Run nicht verderben, da sie eine sechsstellige Summe versprach. Am Abend erzählte ich den anderen aber aus dem Team, dass hier eine Grenze für mich erreicht wäre, wo ich für mich entschieden habe kürzer zu treten. Kein Geld war es für mich wert in die SOX zu reisen und dort sein Leben zu riskieren. Ich würde noch ein paar Monate in Europa herumreisen und dann wohl nach Seattle zurückkehren und versuchen dort wieder Fuß zu fassen. Vielleicht würde das mit Jasminda ja was werden und wir könnten bei Null anfangen und gemeinsam etwas aufbauen. Von dem Geld der letzten Runs und den Zinsen könnte ich auf jeden Fall gut leben und es gibt ja auch legale Methoden als Hermetiker sein Geld zu verdienen......schauen wir mal wie es in Seattle wird. Wir feierten noch den Abend und ich buchte mir für den nächsten Tag eine Reise nach England zurück.
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