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Alptraum ohne Ende Gruppe:
Susi's Asyl
Tagebuch
von Tinza
Nach dem ersten
großen Abenteuer das wir zusammen gemeistert haben saßen wir noch kurz zusammen
und besprachen, wohin die Reise nun gehen sollte da wir alle anscheinend ein
ziemlich ähnliches Ziel hatten, beschlossen wir zusammen nach Baliho zu gehen.
Auf der längeren Reise bekamen wir alle Gelegenheit miteinander zu reden und uns
besser kennen zu lernen.
Da ich aber nicht
so gut mit dem Magier konnte und er anscheinend nicht mit mir, gingen wir uns
mehr oder weniger eher aus dem Weg. Dafür kam ich mit den anderen umso besser
klar. Mit Hagen konnte ich über seine Heilkunst und über die Versorgung von
Erschöpfungen und so weiter reden, mit Keno konnte ich über die Bäume, die
Pflanzen und das Gelände hier reden und lernte es so besser kennen. Farah machte
immer Späßchen und wenn wir an einem Lager auf andere Reisende getroffen sind
spielte er immer um die Wette. Er war auch sehr gut, im Spiel er gewann sehr oft
und freute sich so sehr, wie wenn einer aus dem Stamm seine erste Riete hinter
sich hatte. Keno faszinierte das ganze sehr und probierte das Spiel auch mal,
aber er verlor. Aber er hatte ja genügend Dukaten und Silber, dass er sich
solche Ausrutscher erlauben konnte. Mir ging das anders ich hatte eher meine
Befürchtungen, das ich morgen nichts mehr zum Essen hätte oder besser dass ich
mir keines mehr kaufen könnte. Also in eine Stadt gehe ich nie, das ist mir
alles zu teuer.
Ich vermisse meine
Heimat, aber die Anderen helfen zeitweise dass zu verdrängen. Selbst die Art von
Markus hilft dabei. Ich denke, wir kamen uns alle näher auf dieser Reise und so
kam es vielleicht zu unserer Entscheidung, aber das fiel mir erst später auf.
Zunächst kamen wir
in Baliho an und waren alle erstaunt über die Vielfalt und Größe der Tiere ich
wusste nicht, dass es so viele verschiedenen Kühe und Rinder gibt. Für mich ist
das alles neu, im Dschungel hätte ich keine Probleme gehabt zu sagen, was für
Tiere dort leben hätte ich zumindest gedacht aber anscheinend gibt es hier dann
auch noch Unterschiede.
Aber das hat ja
mit unserer Geschichte nichts zu tun. Also wo waren wir ? Genau, nach einer
Reise von fünf Tagen kamen wir in Baliho an und Markus verzog wieder einmal das
Gesicht. Nicht wegen dem Vieh das überall herumstand, nein wegen dem vermehrten
Auftreten der Praios Kirche. Warum weiß ich auch nicht, mir ist nur aufgefallen,
dass diese Priester ihn auch so komisch anschauten, als trauten sie ihm nicht
über den Weg. Trotzdem gab es so vieles zu sehen und neu zu entdecken.
Gleichzeitig erinnerte mich das Ganze an Al Anfa, nur das hier Vieh verkauft
wurde und keine Sklaven oder Gladiatoren. Keno betrachtete das Ganze genau wie
ein kleines Kind, dass das erste Mal auf einen Markt mitgehen darf. Es
überraschte ihn, das sogar Elfen hier unter den Menschen lebten oder nur auf der
Durchreise waren, sie waren zwar selten aber es gab sie. Was mir an ihnen
auffiel, sie benahmen sich noch seltsamer als Keno den Menschen und
Blassgesichtern gegenüber. Sie hielten sich auch eher abseits. Vielleicht war es
auch nur eine Art Sitte von ihnen oder Brauch, ich wollte mich nicht weiter
wundern, denn es gab noch soviel zu sehen und die Blassgesichter haben uns
bestimmt auch so angesehen als sie uns das erste Mal gesehen haben.
Faran verschwand
sofort aus meinem Blickfeld, er trieb sich bestimmt bei den Spielen und
Wettkämpfen herum. Hagen wollte zu allererst einmal den Tempel seiner Göttin
besuchen, ich glaube sie hieß oder heißt Travia. Ich verstehe diesen ganzen
Glauben (Kult) oder Lebensstiel (Lebensweg) um diese Götter noch nicht, aber
eines Tages werde ich alles verstehen. Nun erregten die Wettspiele meine
Aufmerksamkeit, auch die anderen wurden davon scheinbar angezogen, denn wir
trafen uns wieder vor den berühmten Kuhscheißen. Dieses bezweckt folgendes: man
muss wetten, wo die Kuh in einem bestimmtem Feld scheißen würde und wenn man er
erraten hat bekam man Geld. Wir alle versuchten unser Glück doch niemand von uns
hatte Recht. Als nächstes versuchte sich Keno den ersten Platz beim
Bogenschießen zu holen. Während ich selber mich wieder einmal im Speerwerfen
versuchen wollte, aber ich muss noch üben, denn ich haben meinen Gegner nicht
besiegen können.
Keno hatte das
Ganze besser abgeschlossen, er belegte zwar nicht den ersten Platz dafür den
zweiten und freute sich, dass nur ein Elf besser als er war und dieser ihm das
Kalb, das als erster Preis vergeben wurde, zusätzlich zu seinem Preis geschenkt
hat. Keno kaufte sich erst mal eine riesige Tüte Süßigkeiten, die er mit den
ganzen Kindern auf dem Markt teilte und so aussah, wie der Rattenfänger von
Gareth. Das Kalb konnte er aber nicht groß ziehen oder irgendwo frei lassen,
deshalb beschloss er es zu verkaufen. Wir suchten als einen geeigneten Käufer
für das Kalb. Keno beobachtete den Markt und versucht den Preis für ein solches
Tier raus zu bekommen
Also ging er auf
einen der Rinderbarone zu und nahm das Kalb mit. Faran wollte ihm helfen aber er
wollte keine Hilfe. Als dann Keno anfing die Tochter des Rinderbarons mit dem
Kalb zu vergleichen, zumindest deren Euter, hetzte dieser seine Aufpasser auf
ihn. Da aber Keno nicht kämpfen konnte haben wir uns dazwischen geworfen.
Zumindest Hagen und ich, Faran kümmerte sich um den Händler, vielleicht kann er
ja einen guten Preis noch raus handeln aber da hatte er die Rechnung ohne den
Magier gemacht, denn der hat dieses Kalb schon in Sicherheit gebracht. Bevor die
Stadtwache kam haben wir die Streitigkeiten abgelegt und somit hatten wir ein
super Mahl für den Abend.
Doch bevor dieses
statt fand, wollten Hagen und ich uns noch im Ring beweisen. Bei Hagen lief es
ganz gut, bis er von einem auf die Bretter geschickt wurde. Bei mir war auch
alles gut, bis ich nicht mehr so ganz gemerkt habe dass diese Leute keine
Kämpfer sind sondern Anfänger. Leider geriet beim Kampf mein Blut der Art in
Wallung, dass ich meinem Instinkt freien Lauf lies und dabei einen Bauern aus
dem Ring warf mit einem meiner Tritte und er blieb liegen, für immer, somit habe
ich leider nicht gewonnen da sie dieses als Regelverstoß gewertet wurde.
Eines war aber für
die anderen sehr angenehm, denn um mich haben alle einen Bogen gemacht so wie um
die Geweihten und so konnte Markus sich wieder groß machen. Faran hat sich dann
noch eine Flasche Bärentod gekauft, was ihm Keno gleich nachmachte, weil er ja
nicht gewonnen hatte als Trostpflaster. Am Lagerfeuer draußen vor der Stadt
erzählte man weiter und lernte sich immer besser kennen. Faran meinte dann
Bärentod ins Feuer kippen zu müssen, weil er besoffen war. Darauf hin meinte
Markus, ob er jetzt denkt er könnte jetzt auch zaubern? Das bekam er allerdings
zurück, denn auf dem Weg in die Stadt musste er durch die Weide in der die Kuh
bei dem Spiel eingesperrt war und so setzte er sich netter Weise mitten in einen
Fladen. Für ihn war das glaube ich nicht so angenehm.
Am folgendem Tag
erfuhren wir das in Dragenfeld ein Tsa-Geweihte, also eine Geweihte einer der
Göttinnen von den 12 Göttern, bei lebendigem Leibe verbrannt wurde. Hagen suchte
ja nach einem Auftrag von seiner Göttin oder besser gesagt von der Kirche seiner
Göttin. Daher nahm er diesen an, die Aufklärung warum die Tsa-Geweihte namens
Laniare in den Flammen sterben musste oder besser warum sie umgebracht wurde.
Die Mutter Linai des Tempels hier in Baliho versuchte uns zu helfen, wo sie nur
konnte, sie besorgte uns sogar Pferde, die wir zwar wieder zurück bringen
sollten, aber so kamen wir schneller an unseren Zielort. Wir erfuhren am Tag der
Abreise, dass es anscheinend die Menschen die dort lebten dieses schreckliche
Verbrechen begannen hatten. Aber was auch noch sehr seltsam ist, dass dort
anscheinend Kälber mit zwei Köpfen geboren waren.
Wir brachen auf in
Richtung Anderath, als wir dort nach ein paar Stunden ankamen, taten uns schon
die Hinterteile weh, da wir alle außer Hagen keine Erfahrung mit Pferden hatten
und er uns "nur" eine kurze Einweisung gegeben hatte, wie wir aufsteigen
konnten. Ich versuchte es nämlich erst einmal mit einem Salto rückwärts auf das
Pferd hinauf, davon riet mir Hagen allerdings ab und zeigte wie ich auf das Vieh
kam. Nur Hagen und Markus ritten nach Anderath hinein, da dort ein Banner
Bannstrahler das Regiment führten und diese sowohl für mich als anscheinend auch
für Faran und Keno nicht der richtige Zeitvertreib waren und sind.
Nach ca. einer
Stunde winkte uns ein Diener von Praios in das Dorf einzureiten. Hatte Hagen
oder Markus uns verraten und was wollten die Praios Leute von uns, wir hatten
denen doch nichts getan oder war das wegen dem Toten in Baliho? Wir ritten
weiter in die Höhle des Greifen, es passierte nichts von dem was wir erwartet
hatten, keine Verhöre oder auch nur eine Frage, nichts dergleichen sie
behandelten uns eigentlich ganz gut bzw. ignorierten uns. Dann ging es gleich
weiter und Hagen und Markus, der irgendwie sehr blass wirkte, erklärten uns dass
sie selbst von der Praioskirche das OK haben um in Dragenfeld Nachforschungen
anzustellen. Das verwunderte uns alle, ich glaube am meisten aber Hagen. Er
machte immer mehr Druck schnellst möglich in Dragenfeld anzukommen. Mitglieder
in der Praioskirche haben auch eine Visionen gehabt, die allerdings nicht von
einer verbrannten Geweihten berichtete, sondern von Greifen. Die Greifen hüteten
ein Ei und brüteten dieses auch aus, daraus schlüpfte ein kleiner Greif, dieser
verwandelte sich in eine Schlange und fraß die Greifen auf. Diese Vision kann
einen Praiosgeweihten sehr in Unruhe versetzen, denn sie stehen laut ihrer
Aussage über allen Kirchen und die Schlange ist doch eigentlich das Zeichen der
Hesindekirche.
Für mich war das
alles sehr verwirrend, denn ich habe nur von den Knochen Ahnung aber nicht von
der Traumdeutung oder von Visionen, gut die erste war ja einfach zu verstehen.
Aber diese ? Ich würde ja nicht so viel darauf geben, obwohl ich ein seltsames
Gefühl habe. Auf dem weiteren Weg hatten wir eher Probleme mit unseren Pferden
wie mit uns, denn bis auf Hagen konnte ja niemand reiten. Wir kamen aber
trotzdem sehr gut voran und ich erfuhr noch mehr über die Natur in dieser Gegend
durch Keno' s Erfahrung in der Wildnis, zumindest in dieser. Am Abend schlugen
wir ein Nachtlager mitten in den Wäldern auf. Endlich wieder richtige Natur
dachte ich mir, da ich ja schon lange von daheim weg bin und mich freue wieder
dorthin zurückkehren zu können. Wir machten es uns also gerade gemütlich als
eine Reiterin zu uns stieß. Sie kannte sich anscheinend auch hier aus, da sie
ebenfalls die Abkürzung über den Waldweg nahm um schneller voran zu kommen. Ihr
Name ist übrigens Ayla Eiridias von Schattengrund. Sie ritt auf einem sehr
schnellen Pferd durchs Land. Beide sahen müde und abgespannt aus, als wären sie
mehrere Nächte durch geritten und hätten sich nur kleine Pausen gegönnt um das
Notwendigste zu erledigen. Wir fragten sie, ob sie sich nicht an unserem Feuer
ein wenig ausruhen wolle und etwas essen wollte. Sie blieb und so bekamen wir
oder besser ich auch einen besseren Einblick wie andere Geweihte lebten. Für
mich war es nicht leicht, sie nicht wie jeden anderen zu behandeln, denn für
mich war sie ein Mensch wie jeder andere auch wenn er wie diese junge Frau
Streiterin einer Göttin war, denn bei der Reiterin handelte es sich um eine
Geweihte der Kriegsgöttin Rondra.
Nach dem Essen
viel sie sehr bald in einen tiefen Schlaf. Da wir wachten konnte sie anscheinend
endlich einmal schlafen. Doch kurz vor ein Uhr nachts hörte man von ihr ein
hysterisches Auflachen. Hagen hatte die Wache und ging zu ihr hin und versuchte
sie aufzuwecken, doch mit nichts schien es zu gelingen. Ayla hatte bereits eine
sehr große Wunde in der Bauchgegend, die sich nach innen und nach außen immer
weiter ausdehnte. Des weiteren kamen von irgendwoher Prankenhiebe, wie von einem
Raubtier. Für uns war das Tier nicht ersichtlich ansonsten hätten wir ihr
geholfen, aber wir konnten nicht. Als Hagen seine Göttin zu Hilfe rief und für
die Rondrageweihte betete, wäre es schon fast zu spät gewesen doch die Wunden
schlossen sich wieder und sie wachte endlich auf. Als sie uns alle erblickte
sagte sie nur danke und sie habe jetzt genug geschlafen. Sie sattelte mit
flinken Fingern ihr schönes Pferd und ritt davon. Das einzige was wir wussten
war, das sie über die schwarze Sichel aus Tobrien gekommen war und das sie etwas
sehr wichtiges zu erledigen hätte. Aber das war auch schon alles was wir
wussten, wir konnten nur mutmaßen, dass sie entweder immer solche Träume hatte
oder sich diese auf unsere Mission auswirkten.
Kurz nach ihren
Aufbruch konnten wir anderen auch nicht mehr schlafen, vor allem Markus schien
dieses Ereignis mitgenommen zu haben, denn er zog uns fast alle weiter, obwohl
er sonst immer der Letzte war der aufstand. Heute war das anders, er war der
Erste der fertig war und uns andere noch anstachelte schneller fertig zu werden.
Uns konnte es ja eigentlich nur recht sein, daher machten wir uns weiter auf
unserem Weg.
Wir mussten jetzt
Richtung Nordosten um über den Fluss Braunwasser nach Braunsfurt. Weiter würde
es dann auf der tobrischen Strasse nach Balcken, Wolfhag, Salthel, Sichelweg und
über Runhag nach Dragenfeld gehen. Da wir jetzt auf einem richtigen Weg reiten
konnten kamen wir wieder einmal schneller voran. An der Mühle etwas nach
Braunsfurt machten wir Rast. Der Müller ein Zwerg Namens Gormar Sohn des
Gurthasch war nicht gerade der Netteste und als wir sehen wollten was passiert
war, sagte er nur zu uns: "Zusehen und blöd klotzen wie meine Mühle kaputt geht
kann jeder" und ging in seine Mühle rein. Da ich so etwas nicht auf mir sitzen
lassen kann, ging ich hinter ihm her und fragte was geschehen sei, den die Mühle
machte wirklich merkwürdige Geräusche. Da sagte er uns, dass irgendwas in dem
Mühlrad verkeilt wäre und deshalb dreht es sich nicht mehr und geht
höchstwahrscheinlich bald in die Brüche. Er kann nicht schwimmen deshalb kann er
nicht hinunter gehen. Also ging ich eine Runde tauchen, aber was da unten fest
hing war sehr schrecklich: ein Leichnam von einem ca. 40 jährigem Mann der mit
Axt- und Schwerthieben und großen Brandverletzungen im Wasser bis hier her
getrieben war. Vermutlich war er schon vorher tot gewesen bevor er ca. 5 Tage
lang im Wasser gelegen hatte.
Wir wussten ja
nicht woher er kam, aber wir hatten eine Vermutung und wir befanden uns auch auf
den Weg in die Richtung woher der Leichnam kam, nämlich Richtung Dragenfeld.
Also machten wir uns schnellst möglich wieder auf den Weg in Richtung Balcken um
dieses Etappenziel noch vor Sonnenuntergang zu erreichen. Wir schafften es auch
mit den letzten Sonnenstrahlen Balcken zu erreichen.
Balcken war ein
kleiner Ort wo es nur Essen von der Ziege gab wie Ziegenmilch, Ziegenkäse,
Ziegenbraten und so weiter. Natürlich gab es hier auch ein Gasthaus namens
Ziegenkopf in dem wir alle, außer Keno, nächtigten und in dem es auch Kartoffeln
und Brot gab. In dieser Nacht konnten wir alle in Betten schlafen, zumindest die
die wollten und wir mussten keine Wachen einteilen. So konnten wir uns alle
erholen und stärken für die weitere Reise. Da wir am nächsten Morgen früh
aufgestanden waren und uns auch richtig satt essen konnten, dank der noch warmen
Ziegenmilch und einem schönem Kanten Brot, konnte die Reise weiter gehen. Wir
erfuhren beim Frühstück das sich vor uns ein 50 Mann großer Bautrupp befinden
soll um die Straße zu verbessern und auszubauen. Das wiederum konnte uns ja nur
freuen, umso schneller kamen wir ja schließlich voran. Die Strasse sollte bis
Dragenfeld gebaut werden zur großen Mauerfeste in Dragenfeld. Was uns aber
beunruhigte war, dass sie uns von einem Räuberbaron namens Terkol von
Buchenbruck zu Östlingen erzählten der hier in der Gegend mit seinem Gefolge
sein Unwesen treiben sollte. Wir zogen auf jeden Fall weiter, denn heute war es
Keno, der uns antrieb weiter zu reisen. So kamen wir wieder einmal sehr gut
voran und erreichten als erstes Wolfshag. Das wir schon am frühen Nachmittag
hinter uns ließen. Wir ritten weiter nach Salthel. In Salthel gab es die Festung
Aarkopf, die von lauter Rundhelmen bewacht wurde. Es gab auch einen Travia
Tempel in diesem Ort und so konnte Hagen seine Gebeten nachkommen und die
anderen den ihren. Keno und Faran betranken sich volle Kanne. Sie übernachteten
in der Scheune des Gasthofes, dessen Name mir einfach nicht mehr einfallen will.
Hagen und ich übernachteten in dem Tempel, da ich mehr über den Tempel und die
Götter der Blassgesichter lernen möchte. In dieser Nacht passierte es dann; ich
hatte meinen ersten Albtraum und hoffentlich auch den letzten. Ich stand alleine
gegen alle Feinde dieser Welt und kämpfte mit ihnen oder besser gegen sie und
als ich meinen letzten Gegner getötet hatte, wollte ich noch mehr Blut sehen ich
begann mich selber zu verwunden. Ich schrie aus Leibeskräften während ich mir
das eigene Herz aus der Brust heraus riss es schlug noch mal in meiner Hand und
noch einmal und noch einmal und dann war es vor bei. Totenstille ich wusste ich
war Tod, ich hatte mich selber getötet.
Während ich meinen
Tod versuchte zu akzeptieren, war Hagen aufgewacht von meinem Schrei und dem
Schlagen meines Herzens. Er versuchte gleich alles um mich wieder zu beleben und
schickte den Geweihten der Travia zu Markus unserem Magus der im Gasthaus
übernachtete. Markus solle kommen um zu helfen, denn ich hätte keinen Herzschlag
mehr. Genau wie Hagen half mir Markus der mich auch schließlich geheilt hat.
Dafür stehe ich in seiner Schuld bis ich ihm einmal das Leben retten kann.
Nachdem wir uns
alle wieder etwas beruhigt hatten, bekamen wir vom Traviageweihten die
Information, dass es nicht nur meinen Alptraum hier gab, sondern auch andere
haben einen Alptraum gehabt, aber nicht mit solchem Ausgang (ohne Wunden). Sie
träumten nur, dass sie verfolgt würden und wüsten keinen Ausweg. Außerdem meinte
der Geweihte Tamian der letzte Tempel der Travia ist in Sichelweg er wird vom
Geweihten Ordo geführt.
Wir wussten nicht
genau, wo uns diese Reise noch hin führen würde und hofften einfach nur das sie
uns nicht das Leben kosten würde. Denn nicht nur ich hatte einen Traum der mit
Schmerzen oder dem Tod endete sondern auch Keno hatte einen. Er wäre vor
irgendwas geflohen, konnte aber nicht entkommen und dieses Etwas sprang ihn an
und er hatte Schmerzen in der Halsgegend, da wo die Kreatur ihn angegriffen
hatte. Also hatten wir schon drei Träume, denn ich vermutete, dass Ayla auch
einen solchen Traum hatte und wenn wir sie nicht geweckt hätten, wäre sie
gestorben. Wir kamen gut voran, denn nun trieben drei Leute die Gruppe an oder
sollte ich sagen vier Leute, denn Hagen trieb uns ja seit Baliho zu Eile.
Als wir den
Goblinpfad erreichten und einige Schritt auf diesem getan hatten, sahen wir
einen Reiter der, als er uns erblickte, sofort auf sein Pferd stieg und davon
ritt. Nach einigen weiteren Schritten in die Schlucht hinein, kamen uns drei
Reiter entgegen. Der eine gab sich uns zu erkennen als Baron Terkol von
Buchenbruck.
"Ihr betretet mein
land und somit gebt ihr mir einen Silber für jeden von euch und zusätzlich einen
für euer Pferd" rief er zu uns herüber. Ich natürlich, wie ich bin, meinte zu
den anderen er ist doch kein Baron oder. Sie meinten aber wir sollen zahlen,
damit wir nicht noch mehr Zeit verlieren und so zahlte Hagen für mich mit. Da
ich zu dem Anführer meinte, wie es sein, wenn ich kein Geld hätte. Dann käme ich
hier nicht durch, war die Antwort des Barons. Hagen bekam selbstverständlich
sein Geld von mir zurück und im nachhinein war es auch ganz klug ihm das Geld zu
geben, denn es waren mindestens 13 Bogenschützen gut in den Bergen versteckt und
die hatte die besten Schussbahnen auf uns und wir haben vorher vielleicht drei
oder vier davon gesehen aber nur, weil sie es so wollten.
Wieder ging unsere
Reise erstmal ohne weitere Auseinandersetzungen weiter, aber mit dem
schlechtestem Gefühl das ich je hatte. Ich habe die ganze Nacht mit Wache
gehalten, genau wie Keno. Am nächsten Tag sind wir beide bei den kleinsten
Geräuschen zusammen gezuckt und waren sichtlich erleichtert, wenn es nicht den
Weltuntergang bedeutete. Am Abend schlugen wir dann wieder ein Lager auf und vor
lauter Erschöpfung und Überanstrengung schliefen auch Keno und ich ein, aber in
der letzten Wache geschah es wieder. Faran war zum Glück selbstständig
aufgewacht, aber leider war er überall am ganzen Körper blau. Er erzählte uns,
dass er gefallen war, sehr weit und immer weiter bis er aufprallte erst mit dem
kleinen Finger, dann nach und nach mit jedem Körperteil und die Schmerzen wurden
unerträglich bis er schließlich aufgewacht ist und immer noch Schmerzen hatte am
ganzen Körber. Markus erzählte, er habe auch einen Traum gehabt, er wäre der
mächtigste Magier der Welt und könnt mit den bloßen Gedanken Berge versetzen und
mit der Welt spielen wie es ihm beliebe. Darauf fragte ich ihn ob das nicht
normal wäre bei ihm, schließlich ist er auf gewacht und war der Gleiche wie
vorher und hatte keinen Schaden davon getragen. Ich glaube damit habe ich ihn
etwas beleidigt.
Auf jeden Fall
sind die Träume zu realistisch und zu tödlich um noch normal zu sein und da
sagte entweder Keno oder Markus, ich weiß es nicht mehr, aber sie meinten dass
da einer der Erzdämonen dahinter stecken würde und zwar hieß dieser
Thargunitoth. Ich konnte mal wieder überhaupt nichts damit anfangen und hoffte
eigentlich nur, dass es vorbei geht. Welcher Schamane tut uns das an ? Wir haben
doch nichts Verbotenes gemacht außer den Jungen zu töten? Während der Reise nach
Runhag für die wir vier lange Stunden gebraucht haben, überlegt ich die ganze
zeit ob nicht ich Schuld sei. In Runhag angekommen reservieren sich alle ein
Zimmer um mal richtig schlafen zu können und das Faran sich wieder richtig oder
wenigsten so gut wie möglich erholen kann. Ich hatte 12 Stunden geschlafen,
genau wie die anderen, aber irgendwie haben mich alle irgendwie danach nur noch
genervt und wir hatten uns oft in die Haare bekommen.
Schnellst möglich
brachen wir dann wieder auf und verließen nach einiger Zeit die Klamm und kamen
in ein Wäldchen, in dem sich eine steinerne Strasse schlängelte. Auf der Strasse
und unter der Sonne kamen wir gut voran. Bis am Nachmittag kamen wir zügig durch
den Wald, als plötzlich von der Seite ein Mann auf uns zu stürmte um vor
irgendwas zu fliehen. Dieser Mann sah nicht gut aus, er hatte tief Wunden am
Körper. Ein Mann zu Pferd oder genauer ein Zauberer zu Pferd verfolgte ihn und
als er uns sah hielt er inne. Markus zögerte nicht lange und schoss mit
irgendetwas in seine Richtung, denn nur jemand der böse war konnte so etwas mit
einem Menschen tun.
Markus sein
Geschoss tat dem Fremden nichts an aber dann kamen noch zwei weitere Männer auf
uns zu, die Armbrüste trugen und auf uns anlegten. Des weiteren krochen noch 8
Zombies in Richtung des armen Mannes auf dem Boden Diese hatten alle einen
merkwürdigen silbrigen Nagel in der Stirn. Also auf ins Gefecht. Hagen und ich
zögerten nicht auf die Zombies los zu gehen, denn wir waren beide kampferfahren.
Keno schlug sich in die Büsche um von dort aus mit dem Bogen zu schießen. Faran
versuchte sich mit den Wurfmessern zu beteiligen, doch der Wurf blieb leider im
Boden stecken. So versuchte er sich mit einem Dolch zu wehren. Hagen nahm es
gleich mit vier der Zombies auf, um den am Boden Liegenden zu schützen. Ich
begnügte mich mit dem Rest. Der Magier Markus versuchte es mit dem Magier und
der Elf erst einmal mit Magier und Armbrustschützen. Leider entkam der
gegnerische Magier aber seine Zombies und seine normalen Schützen nicht. Wir
mischten sie gut auf, nur der Magier der sich unterlegen sah, floh mit seiner
unheiligen Magie. Vor seiner Flucht schien er noch einen Zauber gegen Markus
geworfen zu haben, dem seine Machtträume nicht geholfen hatten oder eventuell zu
Kopf gestiegen waren. Mit letzter Kraft konnte Markus dem Mann am Boden noch ein
wenig helfen und brach dann selber zusammen. Dieser bedankte sich bei uns für
seine Rettung und stellte sich als Delian von Wiedenbrück vor.
Ihr seid gerade
meinem größten Feind und Widersacher begegnet. Man nennt ihn Korobar den
Schrecken der Tobimora. Delian erzählte auch das er ihm früher mit Bannstaub
seine magischen Kräfte genommen hatte, er aber scheinbar einen Weg zurück zur
Magie gefunden hat. und das er ein Gespräch mit Hamid ben Seyshaban aus Khunchom
geführt habe, der der Komplize von seinem Widersacher sei.
Noch vor wir das
alles erfahren haben, sprach ich für die Seelen der Toten ein Gebet zu Kamaluq
und zu Boron, der mir zwar weniger bis gar nicht vertraut ist aber er war
angeblich der Gott der Toten. Während ich glaubenstechnisch Neuland betrat, zog
Keno den Zombies die Nägel aus den Köpfen, ich vermutete aus Rücksichtnahme für
das Ansehen der Toten. Keno und ich gingen noch mal in den Wald um Beeren und
Heilpflanzen zu suchen da ich hier noch nicht alle kannte und Keno mir die
verschiedenen Pflanzen zeigen wollte und so fanden wir nach einiger Zeit einige
Einbeeren. Nach ca. 3-4 Stunden kehrten wir an den Lagerplatz zurück um die
anderen mit den Einbeeren und dem Bärentot zu stärken.
Am nächsten Tag
verabschiedet sich Delian von Wiedenbrück von uns und wollte sich gerade auf den
Weg machen, scheinbar zu Fuß. Der alte Mann würde den Weg mit seinen Wunden nie
schaffen und so gab ich ihn mein Pferd und stieg mit bei Hagen auf. Er gab uns
das Versprechen das Pferd bei der Travia Kirche wieder abzugeben oder aber für
Ersatz zu sorgen, wenn dem Tier etwas passieren würde.
Was wir aber noch
herausgefunden hatten, ist das Delian von Wiedenbrück beim KGIA (Kaiserlich-
Garthische Informations- Agentur) arbeitet. Er meinte auch, dass er in diesem
Fall schon einmal versagt habe und dass ihm das kein zweites Mal passiert. Ach
das hätte ich jetzt fast vergessen, der Herr sprach nämlich meine Heimatsprache
Mohisch das verschaffte mir wieder einmal ein bisschen Übung und ich wurde
wieder an die wunderbaren Menschen in meinem Dorf erinnert.
Keno hatte ja die
Nägel aus den Leichen gezogen und nun betrachteten wir uns die genauer ohne das
Delian dieses mitbekam. Die Nägel waren mit einem Metal überzogen, das ich nicht
kannte aber es nannte sich anscheinend Arkanium oder auch Marboblei. Das konnte
mir aber egal sein, denn ich konnte weder etwas mit den Nägel anfangen noch die
Beschichtung gebrauchen.
Irgendwie verlies
mich mein immer noch schlechtes Gefühl nicht, aber man musste eben damit umgehen
und versuchen trotzdem noch aufmerksam zu sein. Wir machten uns wieder auf den
Weg um alles schnellst möglich hinter uns zu bringen. Selbst die Tiere kamen uns
alle entgegen und scheuten noch nicht einmal mehr vor uns zurück. Entweder die
hatten solche Angst oder wir sind für sie schon tot geweiht gewesen. Ich konnte
mir das alles nicht erklären und wollte am Abend einmal die Knochen befragen.
Bevor wir aber unser abendliches Lager aufschlagen konnten mussten wir erst eine
gewisse Strecke hinter uns gebracht haben. Am Mittag diesen Tages bekam ich ein
immer schlechter werdendes Gefühl. Mit diesem Gefühl kam ein seltsamer Geruch.
Erst konnte ich ihn nicht zuordnen, aber dann fiel es mir wieder ein, weil er
auch immer deutlicher wurde es war Brandgeruch. Brannte der Wald ? Konnte es
sein, dass wir auf ein Feuer zuritten ? Aber nein, dann würden doch die Pferde
scheuen und versuchen bei zu drehen. Der Magier entdeckte Spuren am Rande der
Strasse und hielt das ganze für einen Hinterhalt, aber wie sich nach einem Blick
von den erfahrenen Wildnisleuten herausstellte war es nur eine Wildschweinspur.
Aber besser Vorsicht statt Nachsicht. Wir ritten weiter und sahen den Grund
plötzlich vor uns, warum es so roch.
Der Bautrupp war
genau vor uns und er sah wirklich nicht gut aus. Denn es lagen alle
durcheinander am Boden, die Zelte und Planwagen waren verbrannt worden und es
schien so als ob sie im Schlaf überrascht worden wären. Es war scheußlich
anzusehen, dass manche einfach in den Rücken geschossen worden waren und manche
anscheinend versuchten irgendwo in Deckung zu fliehen, es aber zu viele Schützen
waren um Deckung zu finden. Hoffentlich passiert uns das nicht, wenn wir ein
Lager in der Nähe aufschlagen.
Nach den Spuren zu
urteilen waren es sechs Schützen an strategischen Plätzen und ein Reiter. Sie
hatten offensichtlich keine Probleme hier zu verweilen und keine Feinde zu
befürchten, denn die Spuren deuteten darauf hin, dass sie ohne Deckung und ohne
ein funken Angst ganz gemächlich nach Dragenfeld marschiert sind. Am liebsten
hätte ich sie mir gleich vorgeknöpft, aber die Spuren waren schon etwas älter.
Wir gingen zurück
zu dem Massaker und bemalten die Leichen mit Russ, besser wir malten das Zeichen
des Boron auf sie. So hatten sie wenigstens noch ein Zeichen ihres Gottes
während dem Tod bekommen und konnten, so hofften wir, nun einiger Maßen in
Frieden ruhen. Tiere würden sie hier auf jeden Fall nicht angreifen den es gab
keine mehr. Alle Lebewesen hatten diesen Teil der Welt scheinbar freiwillig
verlassen, alle bis auf wir. Nach einem Gebet des Travia-Gläubigen Hagen und
kurze Gebete von uns ging es weiter.
Etwas weiter im
Waldesinneren merkte man, wie weit selbst der Wald sich gewandelt hatte. Die
Blätter waren nicht mehr grün, nein sie waren um diese Jahreszeit schon braun.
Die Bäume waren merkwürdig verdreht und es sah fast so aus, als würden sie
fliehen wenn sie es könnten. In diesem Moment fragte ich mich mal wieder, ob es
wirklich das Richtige sei, weiter in den Wald einzudringen. Ist es das alles
hier Wert um den Grund zu erfahren? Was wenn die Bäume uns warnen wollten? Die
Tiere uns den Weg weisen wollten? Was dann aber meine Angst überstieg war meine
Neugier vor dem Ungewissen. Am Abend diesen Tages konnte ich wieder einmal nicht
gut schlafen, ich befragte die Knochen, so wie ich es mir vorgenommen hatte.
Doch selbst meine Knochen hatten sich verändert, denn sie verhielten sich wie
nie zuvor. Sie stapelten sich alle beim Werfen wie ein Turm aufeinander, das hat
nicht Gutes zu verheißen. Es werden ganz viele Sterben müssen. Hagen meinte, als
ich es den anderen sagte, dass sind bestimmt die Dorfbewohner in Dragenfeld.
Ganz sicher war ich mir aber nicht, denn es wären bestimmt zu wenige gewesen,
dann wären die Knochen nicht so gewesen. Ich wollte nicht weiter rasten, ich
wollte das verhindern. Ich konnte doch nicht tatenlos zu sehen und nichts tun.
Faran und Keno wollten auch weiter, es wenigstens versuchen, doch wir schafften
es nur noch etwas weiter, da wir von allem so erschöpft waren und so schliefen
wir zum ersten Mal ohne Feuer ein. Die Pferde wollten nicht mehr saufen und
verweigerten das Essen also ließen wir sie frei, so dass sie nach Hause gehen
konnten. Hagen war zwar dagegen, aber es war besser als gar nicht zu wissen, ob
wir sie wieder zurück bringen könnten. So hatten sie wenigstens eine kleine
Chance.
Wir reisten ganz
früh am Morgen weiter und merkten jetzt wer um uns herum gestorben war. Der
ganze Wald war nach einigen Schritten nicht mehr zu sehen nur noch Asche und
krümeliger Boden. Alles Leben um uns herum war vernichtet. Wer hatte so eine
Macht um dies alles zu zerstören und wer würde so etwas tun ? Jetzt wusste ich,
das nicht mich jemand bestrafen wollte wegen dem Kampf, sondern das hier eine
gegnerische Macht am Werke war, die noch nicht einmal die Natur leben lassen
wollte. Das konnte nicht der Wille der Götter oder von Kamaluq sein.
Wir folgten dem
Händlerpfad Richtung Dragenfeld, doch nun kamen wir nicht mehr ganz so schnell
voran, da wir zu Fuß gingen. Es roch hier immer noch verbrand und nach kaltem
Rauch. Die Luft schien stehen geblieben zu sein, man hätte sie durchschneiden
können. Am Waldrand – oder wie man die verkrüppelten Reste der Bäume hier nennen
konnte - sahen wir dann auch noch ein junges Kitz das drei Beine und zwei Köpfe
hatte. Wie kann so etwas passieren? Wir wurden immer müder und schlapper und
kamen nur noch durch den eigenen Zwang den wir uns selber machten weiter. Meine
Wut auf diese Macht oder diese zwei Männer wuchs und wuchs.
Unser Hunger wurde
auch immer größer, Sachen die eigentlich länger haltbar waren vergingen und wir
konnten sie nicht mehr essen. Das Wasser, das wir noch hatten, schmeckte schal
und abgestanden. Ich hoffte immer mehr auf ein jähes Ende dieses Abenteuers.
Einige Meter von uns entdeckten wir eine größere Ansammlung von Menschen und wir
rüsteten uns, wussten wir doch nicht, mit wem wir es zu tun bekommen würden. Es
waren aber nur alte Menschen und Dorfbewohner, die aus dieser Gegend hier
fliehen wollten und die Junge Göttin um Verzeihung bitten wollten. Sie meinten
zu uns, sie seien von ihr verflucht worden, weil sie den größten Frevel begangen
hätten, den sich ein Mensch nur vorstellen konnte. Sie haben die Geweihte
verbrannt und beschimpft und die Göttin in diesen schrecklichen Momenten nicht
um Verzeihung gebeten. Verzweiflung wo man nur hin sah, aber was uns noch
seltsamer vorkam waren die toten Hühner in ihren Käfigen. Hagen bat seine Göttin
ihren Schutz, der auf ihm lag, auf die Dorfbewohner übergehen zu lassen und
diese in Ruhe und Frieden ziehen zulassen. Die Bewohner sind ihm fast um den
Hals gefallen, als er meinte die Göttin sei mit euch und vergebe euch. Dort
sprach ich auch ein Gebet zu den Göttern, das sie diesen Menschen helfen mögen.
Sie erzählten uns auch, dass sie es geschafft hatten drei mal Ernte einzuholen
und diese aber genauso schnell wieder verfaulte. Die Kinder die in dieser Zeit
geboren waren hatten immer häufiger drei Köpfe und wurden gleich begraben. Wir
versuchten unser noch verbleibendes Essen, was wir noch hatten, ihnen noch zu
geben und ihnen viel Glück zu wünschen. Nun war es aber schon so finster
geworden, dass man nur noch ca. 500 schritt weit sah. Wir hofften das wir bald
Dragenfeld erreichten. Wir wussten schon gar nicht mehr, wie viele Tage oder
Wochen wir durch diese Einöde reisten, mussten wir doch innerhalb von 24 Tagen
nach Anderath zurück um umfassende Aktionen der Praioskirche zu verhindern.
An diesem Abend
mussten wir eine Zwangspause wegen mir machen. Meine Kräfte verließen mich
schlagartig und ich sank auf den Boden und schlief wie fast alle anderen sofort
ein. Die Wachen wechselten durch und versuchten alles im Auge zu behalten.
Mitten in der Nacht als Markus die Wache hatte kam aus dem Nichts ein blaues
Leuchten vom Magierstab. Wir schrecken alle zusammen, denn das Licht war
mittlerweile echt ungewohnt für uns. Das Einzige was echt gut tat, war der
Schnaps von Keno. Er hatte Gulmondblätter mit Premer Feuer gemischt und gab
jedem eine Ration ab. Ich war mal wieder schlecht gelaunt und stellte mich
irgendwie mit jedem schlecht. Ich wollte hier nicht bleiben und den Grund für
all das herausfinden, ich hatte Angst, dass das alles eine riesige Tabu Zone ist
und ich Ärger mit den Stammesältesten bekommen würde. Im Endeffekt gingen alle
weiter und erreichten nach nur einem halben Tag Dragenfeld.
Das ganze Dorf war
schrecklich zugerichtet, als seien hier seit Jahren, wenn nicht seit einem
Jahrzehnt keiner mehr gewesen. Das Dorf sah aus wie ausgestorben, wie wenn man
ein Leichentuch darüber gebreitet hätte. Das einzige Gebäude das noch gut aussah
war der Tsa Tempel, aber selbst dieser war teilweise verfallen. Aber das war
alles mit leichten bis mittelschweren Bauarbeiten zu beheben. Die Farben
leuchteten wie eh und je. So sehr, dass sie in den Augen brannten. Denn alles
was wir seit Tagen gesehen hatten war nur grau und trübe.
Als aller erstes
betrachteten wir uns die Stelle an der die Geweihte verbrannt worden war, aber
dort war nichts zu finden. Nach einer kleinen Weile gingen wir also in den
Tempel. Hagen fing so gleich an zu beten. Faran und wir anderen sahen uns in dem
Tempel um, um irgendein Hinweis auf das Geschehen zu finden. Faran suchte alles
genauestens ab und fand auch schließlich die Spenden für den Tempel und das
Allerheiligste wo wir wiederum Tränke vorfanden, die von grün zu blau und rot
gingen, besser gesagt in den Regenbogenfarben leuchteten. Diese steckte sich
Markus und Faran ein. Wir fanden aber noch etwas außer den Tränken und zwar war
das das Tagebuch von der Geweihten. Darin stand geschrieben, dass sie sich
schuldig an dem Ganzen fühlt und dass sie die Göttin um Vergebung bittet. Sie
berichtet genau wie wir es schon mit eigenen Augen gesehen hatten von Tieren mit
mehreren Gliedmassen wie zwei Köpfen oder fünf Beinen und auch von wehrlosen
Kindern die mit zwei Köpfen geboren wurden und so weiter. Also hatten wir
endlich einen kleinen Hinweis, warum sie verbrand worden war, wenn selbst sie
sich für schuldig hielt, waren bestimmt die Dorfbewohner total überzeugt davon.
Aber ein kleines Problem hatten wir noch, nämlich den Gegner von Delian von
Wiedenbrück. Aber erst mussten wir uns etwas ausruhen denn ohne Kraft konnten
alle nicht kämpfen.
Was zu unsere
Erleichterung auch in diesem Tempel vorhanden war, war Wasser. Endlich konnten
wir wieder einmal was trinken und uns wenigstens für eine Nacht ausruhen, denn
wir schliefen in der Tempelhalle. Wir hatten sogar noch ein paar Beeren im
Tempelgarten gefunden und wir konnten uns an denen satt essen.
Also ging es
frisch ausgeruht und gestärkt ans Werk den Schurken zu fangen. Auf dem Weg zur
Festung dachte ich über die ungeheure Zerstörung dieses Gebietes nach. Was
konnte so stark sein um ein ganzen Landstrich zu verwüsten ? Standen wir gleich
diesem Dämonen gegenüber ? Wir wussten nicht, was uns erwarten würde trotzdem
sind wir "in die höhle des Löwen" gegangen. Beim Eingang hatten wir aber schon
einige Schwierigkeiten, denn wir wurden von den Wachen beschossen und kamen so
nicht an sie heran. Genauso war dort Korobar der Schrecken der Tobimora, der uns
auslachte.
Ich rannte also an
die Türe und versuchte diese mit einem Tritt aufzubekommen. Es gelang mir so
konnten wir wenigstens den Pfeilen oder Bolzen ausweichen und hatten keine
verletzten. Aber da standen wir schon wieder vor einem neuen Problem, denn uns
kam eine Rüstung entgegen und die konnte man einfach nicht besiegen. Ich schlug
zwar immer weiter auf diese ein, aber nichts geschah. Nach einigen Schlägen und
Tritten kam noch eine zweite Rüstung von der Treppe herunter. Um diese kümmerten
sich Faran und Keno, aber auch diese Kämpfte unerbittlich. Dann nach einer
Ewigkeit, so schien es, wurde die Fahne die dort hing zerstört und so gingen
auch die Rüstungen kaputt. Wir wollten uns erst absichern nach unten hin, bevor
dieser Verbrecher seine gerechte Strafe bekommt. Also suchten wir alles ab. Keno
fand nach einiger Zeit eine Ecke in dem Untergeschoss, wo nur eine Illusion war
und den Eingang verdeckte. Er ging einfach durch und wir sahen ihn nicht mehr.
Wir dachten erst, dass das von ihm ein Zauber gewesen wäre, aber nein es war
bereits vorhanden. Wir stiegen runter in ein weiteres Kellergeschoss. Dort war
ein riesiger Kreis aufgemalt der innen lauter Ecken hatte und merkwürdige
Symbole. Wir stiegen alle nicht hinein, erst als der Magier ein Zauber darüber
gesprochen hatte, war ich so mutig um in den Kreis einzutreten. Denn in der
Mitte des Kreises war eine Falltür nach unten zu sehen. Ich war natürlich darauf
bedacht die Striche und Zeichen und die Sachen die dort lagen nicht zu berühren.
Als ich dort ankam bekam ich die Platte nicht hoch, denn man sollte sie nicht
berühren. Also halfen Hagen und Faran die irgendwie auf zu bekommen. Hagen
versuchte es mit seinem Stab. Es funktionierte auch nach einer Ewigkeit. Ich sah
also erst mal nach unten und berichte den anderen, dass unter mir so was wie
eine Kuppel sei und dort drin war Nebel. Daher konnte man nicht sehen, was sich
dort drin verbarg.
Nach einigem hin
und her sprang ich einfach auf die Kuppel und versuchte mich irgendwie
abzurollen oder an der Kuppel entlang zu rutschen. Das gelang mir auch mehr
schlecht als recht. Als ich unten angekommen war, riefen alle ob mir was
passiert sei. Aber dem war nicht so; nun versuchte ich auf der Seite irgendwie
in die Kuppel zu kommen. Da meine Sohlen von der Kuppel verätzt oder verbrannt
waren, wollte ich es nicht berühren. Aber es ging nicht anders. Also nahm ich es
die Zweililie, doch die hatte nichts gebracht. Während ich mich da unten
austobte, kamen die anderen nach und nach auch herbei und versuchten, genau wie
ich, dort einzudringen. Da es mit der Waffe nicht ging, nahm ich kurz darauf
meine Füße und es ging schon mal besser voran als mit den Waffen. Wir brachen
endlich nach langem hin und her durch, aber was wir sahen ließ uns den Atem
stocken.
Dieser Tulamide
der in den Aufzeichnungen erwähnt worden war, war mitten in einem 13 Stern und
an jeder Ecke dieses Sterns waren Menschen gefesselt. Es sah so aus, als würde
die Lebensenergie aus ihnen abgesaugt werden. Es war ein schrecklicher Anblick
und wir konnten zwar manche retten durch die Tränke die die Geweihte im Tempel
hatte aber bei weitem nicht alle und wir waren froh wenigsten etwas getan zu
haben. Wir versuchten Liskom von Fasar zu töten, aber wir konnten es nicht
richtig, denn irgendwie war er ja schon tot. Wie sollten wir ihn also töten. Ich
glaube es war Hagen der auf ihn gestürmt ist und ihn angegriffen hat und Keno
der Pfeile geschossen hat. Dann war alles plötzlich dunkel vor meinen Augen, wir
hatten es geschafft es zu verhindern was auch immer das Ganze zum Zweck hatte.
Nach einer Ewigkeit, so schien mir, wachten wir wieder auf und zwar draußen an
der frischen Luft. Wir fragten uns, wie wir dort hoch gekommen waren als
plötzlich das Gesicht von Delian von Wiedenbrück vor uns auftaucht. Delian
berichtete, das er seinen Widersacher zur Strecke gebracht habe und das er uns
von dort unten herauf geholt habe. Genau wie die anderen die dort noch saßen.
Die meisten werden höchstwahrscheinlich zu den Noioniten gehen müssen, aber das
war kein Wunder, nachdem was diesen geschehen war.
Kurz darauf
begaben wir uns wieder auf den Weg zurück nach Baliho um dort den Bannstrahlern
und Praiosgeweihten und natürlich auch der Traviageweihten einen Bericht ab zu
geben. Aber wir mussten uns beeilen das die Praiosgeweihten nicht anfingen
unschuldige zu tyrannisieren und zu foltern. Wir berichteten den Dienern des
Praios alles was wir wussten, aber während sie uns anhörten, begann der eine uns
als Lügner oder Verrückte abzustempeln und bekam von dem Höhergestellten eins
auf den Deckel. Als wir dort dann endlich unsere Sachen wieder auffrischen
konnten, erhielten wir einige Ausrüstung wie Schwerter, Kleidung und Rüstung. So
hatte ich zwar nicht alle meine Sachen wieder aber einen Lederharnisch das ging
auch. Als wir alle fertig Waren machten wir uns wieder auf den Weiteren weg nach
Baliho und erzählten dort alles noch einmal der Dienerin der Travia.
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